Wie lange dauert „Verlieben“ und wie geht das?

von Martin Göhler

Dass es ein Geheimnis der Liebe gibt, ist eine Fiktion. Tatsächlich existieren Millionen Geheimnisse. Forscher auf der ganzen Welt bemühen sich, Antworten auf die Frage zu finden, wie und warum wir uns in einen bestimmten Menschen verlieben. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Zwar weiß man, dass beispielsweise Mäuse mit ihrem Geruchssinn die genetisch passende Mäusefrau erschnüffeln können und folgern daraus, dass der Geruchssinn auch bei Menschen eine Rolle spielen könnte. „Ich kann ihn nicht/gut riechen“ weiß schon der Volksmund, insofern keine bahnbrechend neue Erkenntnis und Mäuse und Menschen unterscheiden sich doch in einigen Details.

Auch die Tatsache, dass Männer attraktive Frauen bevorzugen, während für Frauen der Status von Männern wichtig ist, dass Frauen Männer mit viel Testosteron (muskulös, markant, männlich) und Männer Frauen mit hohem Östrogenspiegel (volle Lippen, schmale Taille, symmetrische Brüste) bevorzugen, mag zwar in Umfragen und Testreihen bestätigt werden. Aber erstens geben Umfragen nur Tendenzen wieder, zweitens liegt Attraktivität im Auge des Betrachters und drittens ist der Status eine Frage der eigenen Bewertung, ob hoch oder niedrig entscheidet sich am Benchmark und ist bei einem realen Date eher von untergeordneter Bedeutung.

Der Satz „Gleich und gleich gesellt sich gerne“ wird durch „Unterschiede ziehen sich an“ relativiert. Dass die Fortpflanzung mit dem Ziel der möglichst gesunden Erhaltung einer Spezies evolutionär immer im Vordergrund stand und die damit einhergehende Meinung, dass Zu- und Abneigung überwiegend darauf abzielen, mag eine Rolle spielen, allerdings die eines Statisten.

Kultur und Herkunft, Bildung und Job sind bei der Partnersuche und dem Verlieben von Bedeutung. Ähnliche Werte, Interessen und Vorstellungen vermeiden Konflikte, zumindest manchmal und zumindest in einigen Bereichen. Aber auch bei diesen Faktoren ist die Relevanz unklar.

Forschungen und Statistiken sind nicht wirklich hilfreich. Einerseits geben sie nur rudimentäre, meist umstrittene Antworten, andererseits weiß man nie, zu welcher statistischen Gruppe der aktuelle Flirt gehört, welche Präferenzen er oder sie hat.

Bei der Partnersuche gibt es nur eine einzige Konstante, und das sind Sie selbst. Das eigene Umfeld, persönliche Präferenzen, das Verhältnis von und zu Eltern und Geschwistern, frühere Freundschaften, Beziehungen und Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht prägen nicht nur entscheidend das eigene Suchverhalten, sondern auch nach dem Finden und Eingehen einer Partnerschaft deren Qualität. Daher verwundert es nicht, dass – sofern man sich selbst nicht verändert und weiterentwickelt – man in verschiedenen Partnerschaften immer wieder ähnliche Erfahrungen macht. Einerseits führt die eigene Disposition dazu, dass man ähnliche Typen Mann oder Frau anzieht, andererseits nimmt man sich selbst in jede neue Partnerschaft mit.

Die Partnersuch- und Beziehungsmuster laufen unterbewusst ab, entziehen sich folglich einer bewussten Steuerung. Meistens liegt es nicht an mangelnden Möglichkeiten, wenn man lange, unfreiwillig Single ist oder es in einer Beziehung mehr Konflikte als harmonische, glückliche Momente gibt. Die persönlichen Sicht- und Denkweisen und die daraus folgenden Handlungen, Kommunikation und Schlussfolgerungen sind dafür verantwortlich und gleichzeitig versteckte Schlüssel, für Türen, die es zu öffnen gilt. Bleiben sie geschlossen, wird kein Partner der oder die Richtige sein und eine Beziehung ist zwar „nicht schlecht“, aber 100 Prozent glücklich und zufrieden ist man selbst und der Partner damit nicht.

Aus diesem Grund ist die Kombination von Partnervermittlung und Coaching erfolgreich und für Menschen äußerst förderlich und zielführend. Denn, solange man den Schlüssel nicht gefunden hat bleiben die Türen für eine glückliche Partnerschaft geschlossen. Coaching hilft, den passenden Schlüssel für die richtige Türe zu finden und diese zu öffnen.

Wie lange dauert es, sich zu verlieben?

Sicher haben Sie das auch schon erlebt: Sie lernen bei Freunden oder auf einer Party einen neuen Menschen kennen, der oder die Ihnen nicht auf Anhieb sympathisch ist. Menschen neigen dazu, neue Situationen oder Menschen in Sekundenbruchteilen zu scannen und je nach Ergebnis in die entsprechenden Schubladen zu stecken. Das war zu Zeiten, als noch Säbelzahntiger hinter der nächsten Ecke lauern konnten, überlebenswichtig. Heute verhindert dieses Muster, dass man Menschen über den ersten Eindruck hinaus, kennenlernt. Denn möglicherweise war die erste Einschätzung daneben und der oder die andere zeigt sich bei weiteren Kontakten anders, als man zunächst vermutete. Für den ersten Eindruck gibt es angeblich keine zweite Chance. Dumm gelaufen, wenn man sich geirrt hat und der erste Eindruck eine Fehleinschätzung war.

Bei Tinder und anderen Wisch-und-Weg-Plattformen wird nach wenigen Sekunden auf Basis eines Fotos, bei Singlebörsen nach wenigen Minuten und bei Onlinepartnervermittlungen nach wenigen Kontakten entschieden, ob der oder die andere Potenzial für mehr hat. Sicher, es gibt Vorschläge, bei denen klar ist, dass es nicht passt. Je nach Plattform kann der Anteil auch groß sein, dann passt möglicherweise der Anbieter nicht. Grundsätzlich ist es ambitioniert, man könnte auch sagen vermessen, zu glauben, in kurzer Zeit einen Menschen ein- oder abschätzen zu können. Das ist vergleichbar damit, heute auf einem Acker Gras zu sähen, wenn morgen keine wunderbar grüne Wiese gewachsen ist, den Acker umzugraben und erneut zu sähen. Nicht sinnvoll, oder? Bei der Partnersuche machen Menschen häufig aber genau das.

Auch wir erleben bei der Partnervermittlung gelegentlich, dass nach einem Match und dem folgenden ersten Treffen einer oder beide der Meinung sind, der Funke sei nicht übergesprungen und kein weiterer Kontakt vereinbart wird. Dahinter steht eine Erwartung, die kaum erfüllbar ist. Die Voraussetzung für eine intensive Verbindung mit einem anderen Menschen einzugehen ist, Verbundenheit mit ihm herzustellen. Das ist bei Bekanntschaften, Freundschaften und auch beim Verlieben so. Ein „Funke“ hat nur dann eine Chance, wenn es gelingt, eine positive Verbindung zum anderen zu knüpfen. In einer Studie des US-Psychologen Dr. Arthur Aron sollten Probanden, die sich vorher nicht kannten, anhand von 36 wechselseitigen Fragen, den anderen kennenlernen. Zu Beginn waren die Fragen allgemein gehalten („Wen würdest Du zum Essen einladen, wenn Du die freie Wahl hättest?“) und wurden gegen Ende immer intimer („Wenn du heute sterben würdest, ohne die Möglichkeit mit jemandem zu sprechen, was würdest du bereuen, jemandem nicht gesagt zu haben? Warum hast Du es ihm noch nicht gesagt?“). Angeblich haben einige Teilnehmer der Studie anschließend geheiratet. Dr. Aron kommt zu dem Ergebnis, dass diese Fragen – die Gespräche dauerten im Schnitt 90 Minuten – geeignet sind, um sich zu verlieben.

Das Experiment zeigt, was beim Kennenlernen eines anderen Menschen wichtig ist: eine tiefgehende Verbindung zu ihm aufzubauen, gegenseitige Verbundenheit herzustellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Freundschaft oder um Partnerschaft geht. Es müssen vermutlich nicht genau diese 36 Fragen sein und es wäre wenig sexy, beim ersten Date mit dem anderen eine Fragenliste abzuarbeiten. Das heißt, in der Realität sind ein längerer Zeitraum und einige Treffen erforderlich, um die Vertrautheit und die Nähe zum anderen herzustellen – denn die ist zum Verlieben notwendig.

Die Magie der Liebe und die Frage, warum wir uns in wen verlieben ist von der Wissenschaft bisher nicht entschlüsselt, Liebe bleibt weiterhin magisch – und das ist auch gut so. Voraussetzung fürs Verlieben ist, eine intensive Verbundenheit zum anderen aufzubauen – und die braucht zwei Dinge: Interesse am anderen und Zeit.

Wenn Sie Unterstützung möchten oder weiteres Interesse haben, rufen Sie uns an. Wir schaffen Möglichkeiten zum Verlieben, Verlieben müssen Sie sich selbst.

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