Wie ernst ist Ihnen die Partnersuche?

von Martin Göhler

Was ist wichtig für die Partnersuche?

„Erfolgreicher Unternehmer (58) mit eigener Jacht und Ferienhaus auf Mallorca sucht gut aussehende Sie (bis 35) für schöne Stunden zu zweit.“ So oder so ähnlich lauten etliche Kontaktanzeigen oder Wunschvorstellungen in Profilangaben bei Singlebörsen und Online-Partnervermittlungen. Man könnte vermuten, dass das Ziel solcher Projekte nicht unbedingt eine langfristige Partnerschaft auf Augenhöhe ist, sondern andere Indikatoren hat und eher auf ein amouröses Abenteuer ausgerichtet ist. Ist das für beide klar und wird offen kommuniziert, weiß jeder von Anfang an, auf was er und sie sich einlassen. Für das Funktionieren einer Partnerschaft sind mehr und andere Faktoren wichtig, als nur Alter, Aussehen und Wohnort.

Fragt man alleinstehende Männer nach ihren Wünschen in Bezug auf eine Partnerin, werden spontan Alter, Figur und Aussehen genannt. Wenig erstaunlich, dass die Antworten ähnlich sind, wenn man diese Frage alleinstehenden Frauen stellt. Gewünschte Attribute in Bezug aufs Aussehen sind seitens der Herren lange Haare, ebensolche Beine, schlank und attraktiv beziehungsweise groß, gut aussehend, breitschultrig, muskulös seitens der Damen. Beim Alter wünschen sich die Männer bis zu 15 Jahre jüngere Partnerinnen - die Damen auch, allerdings meist nur fünf bis zehn Jahre jüngere Partner. Ein weiteres, vor allem bei Online-Partnervermittlungen wichtiges Kriterium, ist die Entfernung zwischen den Wohnungen der Partner.

Warum die Kriterien Alter, Aussehen und Wohnort für den Wunschpartner in dieser Häufigkeit genannt werden, hat Gründe, von denen keiner per se für eine funktionierende Partnerschaft wichtig oder entscheidend ist.

Das biologische Alter ist eine Zahl, die mit dem gefühlten oder wahrgenommenen Alter bei den wenigsten Menschen übereinstimmt. Ob die frühere 50 die heutige 40 ist, sei dahingestellt. Das kann bei einigen so sein, andere 50-Jährige wirken älter.

Ob eine Person als attraktiv und gut aussehend beurteilt wird, hängt von subjektiven Maßstäben, Wünschen und Vorstellungen ab. Der Wohnort ist vor allem dann relevant, wenn man davon ausgeht, sehr viele Dates zu haben und den Aufwand möglichst gering halten möchte.

Ein weiterer Grund, warum Alter, Aussehen und Wohnort eine hohe Bedeutung zugemessen wird, ist die als einfach angenommene Messbarkeit dieser Faktoren. Bei Alter und Wohnort lassen sich die gewünschten Grenzen genau formulieren, bei Aussehen wiederum hängt es von der eigenen Vorstellung und der Selbsteinschätzung des Partners ab – wobei kaum jemand davon ausgeht, selbst ein hässliches Entlein zu sein. Die Frage ist daher, ob das einen Einfluss auf die Qualität der Partnerschaft hat und welcher das wäre?

Eine weitere viel diskutierte Frage ist, ob gemeinsame Hobbys und Interessen eine Bedeutung haben oder nicht. Die Algorithmen bei den meisten Online-Partnervermittlungen werten übereinstimmende oder ähnliche Antworten auf Fragen beispielsweise zur Freizeitgestaltung als positive Signale für eine Partnerschaft. Jeder kennt in seinem Umfeld Paare, bei denen einer der Partner Fußballfan ist, der andere Eiskunstlauf mag, einer es liebt, shoppen zu gehen, der andere es hasst oder einer am liebsten in Frankreich Urlaub macht, während der andere auf Norwegen steht. Selbst wenn unterschiedliche Interessen ab und an zu Diskussionen führen, sind sie nicht für eine harmonische, glückliche Partnerschaft ausschlaggebend. Andererseits trennen sich auch Paare, bei denen beide Fußball interessiert sind, gerne shoppen gehen und frankophile Neigungen haben.

Was ist für den Erfolg einer Partnerschaft wichtig?

Für das Gelingen einer Partnerschaft sind andere Faktoren wichtig. Einige von ihnen sind nicht auf den ersten Blick offensichtlich und zeigen sich nicht unbedingt beim ersten Date. Beispielsweise sind ähnliche Wertvorstellungen, soziale Einstellungen und ähnliche Erwartungen an das künftige Leben von wesentlich größerer Bedeutung, als die Länge oder Farbe der Haare.

Eigenschaften wie Verlässlichkeit, Vertrauen, Humor, Treue, Aufmerksamkeit, Herzlichkeit, Loyalität, Zärtlichkeit, Sinnlichkeit, Natürlichkeit, Unterstützung und viele andere mehr finden sich häufig in den manchmal an Wunschlisten anmutenden Bekanntschaftsanzeigen. Dabei würde vermutlich jeder sofort zustimmen, dass das alles erstrebenswerte Attribute eines Menschen sind. Allerdings gibt es für keine dieser Eigenschaften allgemeingültige Standards. Jeder hat eigene Maßstäbe für Vertrauen, Humor, Treue und Co. und in einer Beziehung sollte Klarheit geschaffen werden, welche Erwartungen und Bedingungen die Partner in Bezug auf die für sie wichtigen Kriterien haben. Dafür braucht es aber Zeit. Insofern können diese Punkte am Anfang vernachlässigt werden und sind im Laufe der Beziehung zu besprechen.

Die Sympathiefaktoren

Was aber ist dann wichtig für die Partnersuche? Um was geht es bei der Suche nach dem oder der richtigen, dem Traumpartner oder der Traumpartnerin? Beim ersten Zusammentreffen geht es zunächst um die Sympathie. Ob uns ein Mensch sympathisch ist, hängt von fünf Bereichen ab.

Der körperliche Bereich: Sprechen uns Aussehen, Größe, Stimmhöhe und -lage, Sprach- und Ausdrucksformen, Gestik, Mimik, Kleidungsstil, Frisur an? Es geht nicht um Modelmaße, sondern ob uns das Äußere mehr oder weniger anspricht.

Der soziale Bereich: Steht der oder die andere feste im Leben, ist frei von Altlasten, weiß, was er oder sie will, ist beruflich gesattelt.

Der Wettbewerbsbereich (bei der Partnersuche meist zu vernachlässigen, aber zum Beispiel im Beruf wichtig): Stellt der andere eine Konkurrenz für uns dar, könnte uns gefährlich werden oder könnte uns übertrumpfen?

Der Vergangenheitsbereich: Erinnert uns der oder die andere an andere Menschen, die wir mögen, an Eltern, Geschwister oder Freunde? Dann übertragen wir unbewusst die positiven Erinnerungen auf die neue Bekanntschaft.

Der Chemiebereich: Der Mensch ist eine Chemiefabrik. Daher ist es nicht verwunderlich, dass dieser Bereich eine wichtige Rolle in Bezug auf den Sympathiefaktor spielt. Man muss den anderen gut riechen können (was nicht nur eine Frage des Parfums ist), auf einer Wellenlänge liegen und die Chemie muss stimmen.

Die Gene spielen uns einen Streich

Bei der Partnersuche geht es zunächst mal um Sympathie. Das Urteil darüber wird in weniger als einer Sekunde beim Zusammentreffen zweier Menschen gefällt. Vor 300.000 Jahren war das überlebenswichtig, bei der Partnersuche ist es fatal und unsere Gene leisten uns insofern keinen guten Dienst. Im Bruchteil einer Sekunde ist kein Mensch in der Lage, einen anderen umfassend einzuschätzen. Die Sympathiefrage wird daher unterbewusst und unter dem Aspekt beantwortet, ob unser Leben in Gefahr ist.

Ob man mit dem anderen zusammenleben kann und will, eine Familie gründen und eine glückliche Partnerschaft und Ehe führen kann, ist von vielen weiteren Faktoren abhängig und nicht im Sekundenbruchteil zu entscheiden.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Bewertungen, die in den Blitzcheck einfließen, immer auf eigenen Erfahrungen aus der Vergangenheit und den Schlussfolgerungen beruhen, die man daraus gezogen hat. Im Umkehrschluss heißt das, dass Sympathie und Antipathie einzig auf den persönlichen Maßstäben und Bewertungen beruhen und damit keinerlei Aussage über den anderen Menschen getroffen wird. Sympathie ist daher das Ergebnis der eigenen Gedankenwelt und hat mit der Realität nicht unbedingt etwas zu tun.

Diese Zusammenhänge sollte sich jeder Single auf Partnersuche vor einem ersten Date bewusst machen und sich davor hüten. Denn die meisten ersten Eindrücke – die negativen, manchmal auch die positiven – erweisen sich auf den zweiten Blick als falsch und müssen korrigiert werden. Schade, wenn dazu keine Gelegenheit besteht, weil man den anderen voreilig abgehakt hat und er bei genauerem Hinsehen durchaus Traumpartnerqualitäten gehabt hätte.

Es ist nicht falsch, Vorstellungen zu haben, wie der potenzielle Partner oder die potenzielle Partnerin sein soll. Gehen Sie aber auf Partnersuche, lassen Sie diese Vorstellungen zu Hause in der Schublade. Wer offen und interessiert ist, hat die besten Chancen, den oder die Richtige zu finden. Wer Erfolg bei der Partnersuche haben möchte, hat keine endlose Checkliste oder vorgefasste Meinungen, wie der andere sein sollte. Umgekehrt gilt, wer exakte Vorstellungen seines Partners hat, die genauen Zutaten für eine glückliche Partnerschaft meint zu kennen, der findet entweder eine Möglichkeit, sich seinen Partner zu backen – oder bleibt weiterhin Single. Genaue Partner-Vorstellungen könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Partnersuche überwiegend Kopfsache ist, der Bauch jedoch nicht für eine neue Partnerschaft bereit ist. Man sabotiert sich und die Partnersuche damit quasi selbst. Einem solchen Teufelskreis zu entkommen gelingt mit einem Coach meist schnell und nachhaltig.

Wir wünschen Ihnen Erfolg bei der Partnersuche, unterstützen Sie gerne sowohl beim Finden eines passenden Partners oder einer passenden Partnerin, als auch beim Auflösen von Selbstsabotage im Coaching. Rufen Sie uns an.

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