Streitet Ihr noch oder löst Ihr schon den Konflikt?

Unterschiedliche Auffassungen und Ansichten sind etwas völlig Normales, wenn zwei oder mehr Menschen aufeinandertreffen. Ob in Beruf und Freizeit, in Vereinen, Parteien und anderen Gruppierungen, im Freundes- und Bekanntenkreis, im Urlaub, zu Hause und in den persönlichsten Bereichen, in Partnerschaft und Familie sind unterschiedliche Auffassungen über Zustände, Situationen und Vorgehensweisen an der Tagesordnung. Hintergrund ist, dass die Deutung der wahrgenommenen Realität aufgrund von Erfahrungen, Wissen, Herkunft, Aus- und Weiterbildung, eigener Disposition sowie dem eigenen Wertesystem vorgenommen wird. Die Zusammensetzung und die Ausprägung der einzelnen Faktoren sind so individuell wie der Fingerabdruck eines Menschen. Die Systeme sind ähnlich, aber nie vollständig deckungsgleich.

Bei gemeinsamen Projekten in Beruf und Freizeit treffen unterschiedliche Systeme aufeinander und müssen zu einem kompatiblen System kombiniert werden. In diesem Kontext ist Partnerschaft, Beziehung und Familie ein gemeinsames Projekt, welches meist auf Dauer, manchmal lebenslang angelegt ist. Leben bedeutet Veränderung; damit ändern sich individuelle Einstellungen und Ansichten. Das macht es notwendig, dass die Systeme immer wieder neu adaptiert, angepasst und abgestimmt werden müssen.

Die Art und Weise, wie die Systemabstimmung erfolgt, entscheidet über den Erfolg eines Projektes. Ob eine Partnerschaft, Beziehung und Familie glücklich und erfüllt ist, hängt nicht davon ab, dass keine Konflikte entstehen – das wäre kaum möglich –, sondern davon, auf welche Weise entstehende Konflikte gelöst werden.

 

Recht haben wollen

Der häufigste Streitpunkt in Partnerschaften und Beziehungen dreht sich ums Recht haben. Es geht nicht darum, eine Lösung für ein Problem zu finden, sondern darum, die eigene Deutung als richtig, die des anderen als falsch hinzustellen. „Wollen Sie recht haben oder glücklich sein“ haben wir in einem früheren Artikel gefragt. Dabei geht es um Standpunkte und den Anspruch, dass der eigene Standpunkt der „Richtige“ ist.

Mit einem solchen Anspruch ist es nicht möglich, eine Lösung zu finden. Darum geht es aber meist nicht, sondern darum, den eigenen Standpunkt zu verteidigen und dem anderen zu beweisen, dass sein Standpunkt verkehrt ist.

Stehen sich zwei Menschen gegenüber und werden gebeten, nach links zu zeigen, wird jeder in eine andere Richtung zeigen. Dieses einfache Beispiel verdeutlicht, worum es in Konflikten geht. Wo „links“ ist, hängt vom persönlichen Standpunkt ab – und beide haben von dem jeweiligen Standpunkt aus gesehen Recht. Dies ist eine Tatsache und würde man sich auf den Standpunkt des anderen stellen, würde man ihm zustimmen können.

Eine Lösungsstrategie ist daher, Dinge mit den Augen des anderen zu sehen, sich auf seinen Standpunkt zu stellen und zuzustimmen, dass beide Ansichten ihre Berechtigung haben.

 

Rechtfertigung

Damit könnte der überwiegende Teil der Konflikte gelöst werden. Häufige Reaktion und zweite Stufe der Eskalation ist, den eigenen Standpunkt zu rechtfertigen, den des anderen zu entwerten. Für eine glückliche Beziehung und den Erfolg des Projektes „Partnerschaft“ ist es günstiger, den Standpunkt des anderen anzuerkennen und zu akzeptieren, dass er ebenso seine Berechtigung hat, wie der eigene.

In der Realität kommt es häufig zu weiteren Ausprägungen, die aber letztlich alle das gleiche Ziel haben: Zu beweisen, dass man selbst recht hat und der andere nicht. Wird eine Auseinandersetzung auf diese Weise geführt, gibt es am Ende Sieger und Verlierer. Der Sieger hat die Deutungshoheit (in dem konkreten Fall!) gewonnen, seinen Standpunkt verteidigt und den des anderen heruntergemacht und vernichtet.

 

Sieger und Verlierer

Die Gefühle eines „Verlierers“ kennt jeder aus eigener Erfahrung. Menschen neigen dazu, Verlust auszugleichen. Sie „rächen“ sich in irgendeiner Form oder, wie der Volksmund sagt, zahlen es mit gleicher Münze zurück. Rückzug, Resignation oder Verweigerung sind häufige Reaktionen auf „Niederlagen“. Für das Glück in Beziehungen ist das fatal. Zusätzlich ist das Problem, um welches es geht, weiterhin ungelöst.

 

Gewinner

Die Lösung ist einfach, wäre da nicht das persönliche Ego, welches alles dafür tut, am Ende doch recht zu haben. Wie gesagt, geht es darum aber nicht. Insofern: Überlegen Sie, ob Sie recht haben wollen, oder ein glückliches Leben führen möchten. Die Schritte dazu sind: Stimmen Sie dem anderen zu (auch wenn es Ihrem Ego widerstrebt), erkennen Sie andere Standpunkte an und bewerten Sie Ihren eigenen nicht als den einzig möglichen und machen Sie Ihren Partner nicht zum Verlierer, sondern finden Sie Lösungen, bei denen es zwei Gewinner gibt.

Möglicherweise erscheint das am Anfang schwierig. Das liegt daran, dass lösungsorientierte Konfliktstrategien ungewohnt sind. Es erfordert ein Umdenken und die Bereitschaft, neue ungewöhnliche Standpunkte einzugehen. Ihr Preis ist eine glückliche Beziehung.

Wir unterstützen Sie auf Ihrem Weg in eine glückliche Beziehung. Singles bieten wir Partnervermittlung und Single-Coaching an. Wenn Sie in Partnerschaft leben vermitteln wir Ihnen im Paar-Coaching neue Sichtweisen und Standpunktwechsel. Rufen Sie uns an.

RIA GOEHLER – zum Glück Ihr Partner.

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