Der Flow - jeder will ihn. So bekommst auch du, was Du willst

von Martin Göhler

Erzeuge Deinen Flow, es ist gar nicht so schwierig.

Du bist bester Laune, gesund und zufrieden, alles funktioniert, geht Dir leicht von der Hand und gelingt Dir. Du bist glücklich und zufrieden mit Deinem Partner, Ihr verbringt Zeit miteinander, habt regelmäßig Sex und seid Euch nah. Du bist im Flow, Dein Partner auch. Eure Partnerschaft ist im Flow.

Du bist nervös, ängstlich, lustlos, nichts gelingt Dir. Mit Deinem Partner hast Du viel Streit, häufig um die gleichen Themen. Jeder macht sein Ding, kaum etwas geht zusammen. Sex ist die Ausnahme und mehr Pflicht als Kür. Dann bist Du nicht im Flow, Dein Partner und Eure Partnerschaft auch nicht.

Wie geht das mit dem Flow und wie bringst Du Dich und Deine Partnerschaft zum Fließen?

 

Flow – was ist das eigentlich?

Es ist schon einige Jahre her, dass ich unseren Kindern beim Spielen im Sandkasten zuschaute. Ich erinnere mich noch gut daran, mit welcher Hingabe sie den Sand in Eimer schaufelten, Burgen bauten und mit Förmchen wahre Kunstwerke formten. Regnete es, fanden sie es herrlich, mit dem Sand rumzumatschen und sich von oben bis unten damit einzusudeln. Sie hatten Spaß an dem, was sie taten, waren in ihr Spiel versunken, die Welt um sie herum verschwamm. Nichts, außer dem Sand und dem Spiel waren wichtig. Sie waren der Sand und das Spiel.

Du willst wissen, was Flow ist? Dann schaue Dir spielende Kinder an!

Sie jammerten weder über sandige Finger, noch beklagten sie sich, wie viel Arbeit es sei, die Burg zu bauen. Hunger und Durst, keine Spur. Sie trauerten auch keine Sekunde um die Bauwerke, die sie gestern errichtet hatten. Es war geradezu ein besonderer Spaß, den Sandkasten zu Beginn des Gebuddels wieder auf die Kreationen des neuen Tages vorzubereiten, alles, was sie gestern gebaut hatten, platt zu machen. Die Kinder waren eins mit sich, dem Sand und mit der Welt. Das ist Flow.

Mihály Csíkszentmihályi, Glücksforscher und Professor für Psychologie an der Chicagoer Universität, untersuchte 1975 den Flow, das beglückende Gefühl der völligen Vertiefung, der absoluten Konzentration auf eine Sache und das restlose Aufgehen in einer Tätigkeit mit ganzer Hingabe. Der Psychologe bezeichnet Flow als den Idealzustand zwischen Überforderung oder Angst und Unterforderung oder Langeweile. Friedrich Schiller formulierte 1795 den Satz „… der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

 

Bin ich im Flow und wenn nicht, wie erzeuge ich Flow?

Die Buddhisten sagen „Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment“. „Tue, was Du tust“ empfiehlt die Achtsamkeit, Eckhart Tolle fordert „Be the now“. Wie aber merkt man, ob man im Flow ist, oder nicht?

Wer im Flow ist, hat keine Zeit sich zu fragen, ob er im Flow ist.

Stellt man sich die Frage, ist man folglich nicht im Flow. Wenn alles gelingt, was man anpackt, man sich einer Sache zu 100 Prozent hingibt, darin völlig aufgeht, die Welt um einen herum unwichtig ist, alles fließt, ist man offensichtlich im Flow. Beim Sex erleben die meisten Menschen einen solchen, meist kurzen Zustand:  Kurz vor dem Orgasmus kommt den wenigsten Menschen der Einkauf von morgen in den Sinn.

Was aber kann man tun, wenn man nicht im Flow ist, wenn die Situation schwierig und belastend ist?

Viele meiner Klienten behaupten, dass sie genau wüssten, was sie wollen und was sie nicht wollen. Danach gefragt, was das denn sei, wird überwiegend das geschildert, was der Klient nicht will, das Gewollte dagegen wird unklar und sehr vage beschrieben. Die Bitte an den Klienten, detailliert zu sagen, was er will und möchte, fällt den meisten schwer. Die Kriterien für das Gewünschte zu benennen, wie oder woran er feststellt, wann das Gewünschte erreicht ist, fällt noch schwerer.

 

3 Schritte zum Flow

Wenn man nicht weiß, wo genau man hin möchte, ist kein Weg der richtige, man merkt nicht, ob und wann man angekommen ist. Der erste Schritt in Richtung Flow ist, sich zu überlegen, was das Ziel ist und es so gut wie möglich zu beschreiben. Was will ich wirklich, wofür brenne ich? Eine exakte Antwort auf die Fragen bietet die Chance, den Flow zu erleben.

Der zweite Schritt ist, ins Handeln zu kommen. Der Job ist langweilig, der Partner auch. Ohne Ihr Zutun wird sich daran nichts ändern. Bewerben Sie sich auf eine neue Stelle im Unternehmen oder suchen Sie sich eine Tätigkeit in einem anderen Unternehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner. Sagen Sie ihm, was Ihnen nicht gefällt und was Sie sich von ihm oder ihr wünschen.

Der dritte Schritt: Ändern Sie Standpunkte, Gewohnheiten und Routinen. Wenn Sie mit sich selbst unzufrieden sind, ist es fast unmöglich, Flow zu erzeugen. Einer meiner Klienten, eine Single auf Partnersuche, beschwerte sich, dass sich immer nur die Frauen für ihn interessierten, an denen er selbst kein Interesse hatte. Damit ist er nicht alleine. Andere Kunden haben ähnliche Probleme. Dass er damit unbewusst das Eingehen einer Liaison verhindert, war ihm nicht klar. Die Frage nach dem Warum und Wozu ermöglichte ihm zu erkennen, was ihm beim anderen Geschlecht Angst machte. Er erkannte die Muster, mit denen er einen Flow in Bezug auf Partnerschaft im Keim erstickte – und war bereit, sie zu ändern.

Flow in der Partnerschaft: so klapp's!

Wenn Sie neuen Flow in Ihre Partnerschaft bringen möchten, erinnern Sie sich an die erste Zeit mit Ihrem Partner. Mehr Flow geht nicht, als ihn frisch Verliebte erleben. Was hat sich geändert? Gab es ein Ereignis, was den Flow gestoppt hat? Oder ist der Flow still und heimlich weggeflossen? Bei einem Klienten-Ehepaar war das so. Bemerkt haben es die beiden erst, als sie ihren Flow in einer Affäre wiederzufinden hoffte. Die Trennung war beschlossene Sache, eigentlich. Uneigentlich war es der Wunsch beider, die Partnerschaft fortzusetzen. Nicht so, wie sie vorher war. Beide wollten den Flow zurückholen und beide waren zu Veränderungen bereit.

Die Wege zum Flow

Flow lässt sich nicht erzwingen. Je verbissener man es versucht, desto weniger wird er sich einstellen. So klappt es ohne Zwang:

  • Flow heißt, für etwas zu brennen, nichts anderes zählt. In Partnerschaft: Ihr Partner ist der wichtigste Mensch in Ihrem Leben, Ihre Nummer 1, the one and only.
  • Flow heißt volle Konzentration auf eine Sache, kein Gedanke an gestern und keiner an morgen. In Partnerschaft: Wenn Sie mit Ihrem Partner Zeit verbringen, dann konzentrieren Sie sich auf sie oder ihn. Schalten Sie Ihr Smartphone aus und auch Facebook kommt eine Weile ohne Sie aus.
  • Flow heißt, sich zu verlieren – zumindest für eine Weile. In Partnerschaft: Lassen Sie sich fallen und genießen Sie die Nähe. Schaffen Sie gemeinsame Inseln, in denen es nur sie beide gibt. Unternehmen Sie zu zweit etwas und, machen Sie mehr von dem, was Sie in den ersten Wochen Ihrer Beziehung gemacht haben. Vergessen Sie für einen Moment die Zeit und Ihren Alltag. Genießen Sie Ihren Partner.

 

Ab in den Flow

Im Flow zu sein ist etwas Wundervolles, fast Magisches. Es verleiht Flügel und ermöglicht, Ergebnisse zu erreichen, die man für unerreichbar hielt. Es gibt nur einen Menschen, der Ihnen das ermöglicht: Sie selbst. Erinnern Sie sich an das spielende Kind, das Sie früher waren. Bringen Sie diesen Spirit wieder in Ihr Leben. Bauen Sie Burgen und matschen Sie im Sand, als gäbe es kein Morgen. Holen Sie sich Ihren Flow zurück.

Wenn Sie einen Anstupser brauchen, dann rufen Sie uns an. Wir sind Experten auch in Sachen Flow.

RIA GOEHLER – zum Glück Ihr Partner.

Über den Autor...

Martin Göhler ist Single- und Paarcoach. Mit Unternehmen arbeitet er als Beziehungscoach und unterstützt die Optimierung der Zusammenarbeit von Teams und Mitarbeitern.

Expertisen sammelte er in über 25 Jahren in leitender Funktion in mehreren Wirtschaftsunternehmen sowie in vielen Business- und Lifecoachings. Mehr als 30 Jahre glückliche Partnerschaft und drei erwachsene Kinder bereichern sein Leben und prägen ihn. In den letzten Jahren hat er in verschiedenen Medien zahlreiche Beiträge rund um das Thema Partnerschaft und Beziehung veröffentlicht.

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Kommentar von Holger Theymann |

Martin, du bist ja ein Fuchs

Erst führst du mich in die Frage nach dem Flow, nur um mir dann diesen Satz an den Kopf zu knallen:

„Wer im Flow ist, hat keine Zeit sich zu fragen, ob er im Flow ist.“

Ich hab herzlich gelacht.

Danke für diesen schönen Artikel und die Erkenntnis, wie viel Glück ich in meinem Leben doch habe.

Dein Holger.

Antwort von Martin Göhler

Lieber Holger,

danke für Deinen Kommentar und für die Anerkennung.

Genieße Dein Glück!

Liebe Grüße

Martin