Sie haben immer die Wahl. Wählen Sie!

von Martin Göhler

Ob in Partnerschaft oder anderen Bereichen: Sie haben die Wahl.

Der Unterschied zwischen der Partnerwahl und der Bundestagswahl ist gar nicht so groß, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheint. Es gibt viele Gemeinsamkeiten und einige Unterschiede. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die Bundestagswahl nur alle vier Jahre stattfindet. Umso wichtiger ist es, diese Möglichkeit zu nutzen und seine Stimme abzugeben. Nicht zu wählen heißt, sich nicht festzulegen und die Entscheidung anderen zu überlassen. Insofern: Wählen Sie.

Wesentliches Merkmal einer Demokratie ist, dass das Volk (=Demos) seine Entscheidungsträger in regelmäßigen Abständen wählt. Auch bei der Partnersuche wählt man, mit einem anderen Menschen eine Beziehung einzugehen, mit ihm oder ihr sein Leben zu leben und zu teilen. Den wenigsten ist bewusst, dass die Partnerwahl täglich stattfindet. Man entscheidet immer wieder, die Partnerschaft mit dem anderen fortzusetzen oder aber, sie zu beenden.

Wer meint, diese Wahl nicht immer zu haben, irrt sich. Auch wenn die Wahl häufig unbewusst erfolgt, so ändert das nichts an der Tatsache, dass immer eine Wahl besteht und getroffen wird. Wer täglich zur Arbeit geht, wählt täglich, diese Arbeit zu machen. Wer mit einem Partner zusammen ist, wählt diesen Partner täglich. Wie wäre es, weder Tätigkeit noch Beziehung als Selbstverständlichkeit anzusehen, sondern als persönliche Entscheidung? Wäre es da nicht angebracht, dem anderen viel öfter zu zeigen, dass auch er die richtige Wahl getroffen hat? Also beispielsweise dem Partner beim nach Hause kommen zu sagen, „hey, ich freue mich, dich zu sehen“, „schön, dass es dich in meinem Leben gibt“ oder „ich liebe dich“.

Jede Wahl hat bestimmte Konsequenzen. Seine Wahlmöglichkeit zu negieren oder der Ausspruch „Ich habe ja keine Wahl“ bedeutet insofern eher, die Konsequenzen nicht tragen zu wollen, die eine Wahl zur Folge hätte. Den Ausspruch hört man häufig in unbefriedigten Situationen, sei es die Arbeitsstelle oder die Partnerschaft. Man ändert nichts an einer Situation, weil man vermeintlich glaubt, keine Wahl zu haben. In Wirklichkeit sind es die Konsequenzen, die man vermeiden möchte.

Aber auch keine Wahl zu treffen, ist eine Wahl, die entsprechende Konsequenzen hat. Das ist bei politischen Wahlen so, bei der Wahl der Tätigkeit und auch bei der Partnerwahl. Bei den Bundestagswahlen 2009 und 2013 haben jeweils knapp ein Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme nicht abgegeben. Die „Partei der Nichtwähler“ war damit eine sehr große Gruppierung und beeinflusst direkt die Zusammensetzung des Bundestages, da ihre Stimmen nicht mitgezählt werden und sich andere relative Mehrheiten bilden.

Bei der Partnerwahl bedeutet nicht zu wählen entweder, weiterhin alleine zu bleiben, einen infrage kommenden potenziellen Partner (jetzt noch) nicht auszuwählen oder ihn oder sie sich warm zu halten (vielleicht kommt ja noch etwas Besseres). Diejenigen, die in einer Partnerschaft leben und sich nicht klar für oder gegen den Partner entscheiden, werden weiterhin in einer mehr oder weniger unbefriedigenden Situation verharren. Dabei hieße, sich für den Partner zu entscheiden keineswegs, dass sich nichts ändern könnte. Sich für den Partner zu entscheiden könnte ebenso heißen, die Initiative zu ergreifen, anzusprechen, was nicht funktioniert, zu sagen, was man möchte und nicht mehr möchte, gegebenenfalls Unterstützung bei einem Paarcoach zu suchen.

Im Ergebnis heißt das, dass es immer günstiger ist, eine Wahl zu treffen, als dies nicht zu tun. Weder in der Politik, noch im Job, noch in einer Partnerschaft haben wir die Garantie, immer die „richtige“ Wahl zu treffen. Es zeigt sich erst in Zukunft, ob eine vorausgehende Wahl günstig oder ungünstig war. Zum Zeitpunkt der Wahl war sie „richtig“ und die beste Wahl, ansonsten hätte man eine andere getroffen.

Bei der Partnervermittlung berichten Kunden häufig von früheren Dates, dass sich Partner nach einem oder zwei Dates nur noch sporadisch gemeldet haben, sich nicht klar äußern, sich nicht festlegen, aber trotzdem die Türen offen halten möchten. Zu einer Entscheidung (=Wahl) kommt es nicht. Von fehlender Fairness abgesehen, wird der- oder diejenige in der folgenden Zeit weitergrübeln und Pros und Kontras abwägen. Das Thema wird zum Dauerbrenner, man meint es aussitzen zu können, allerdings beschäftigt es einen weiter und man kommt zu keinem Abschluss. Meist trifft dann der andere die Entscheidung. In diesem Fall führt „keine Wahl“ dazu, dass andere eine Entscheidung treffen, die die eigene Wahl dann obsolet macht.

Wer nicht wählt, sich nicht entscheidet und festlegt, darf sich anschließend nicht über die daraus resultierenden Konsequenzen ärgern, denn die hat er selbst zu verantworten. Man hat niemals eine Garantie, die „richtige“ Wahl zu treffen, aber jede Wahl ist besser, als keine Wahl oder anderen die Wahl zu überlassen. Sie haben immer die Wahl. Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, wählen Sie, entscheiden Sie sich, legen Sie sich fest.

 

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