Partnervermittlung 4.0, Partnersuche 4.0, Partnerschaft 4.0 – Take or Fake

Partnervermittlung geht auch anders

Jede Branche, die zeigen will, dass sie zukunftsorientiert ist, hängt das Kürzel 4.0 an. Industrie 4.0 war der Vorreiter. Auch die Partnervermittlung und die Partnersuche machen vor dem Phänomen nicht Halt und immer mehr Agenturen setzen auf das Internet und moderne Kommunikations- und Informationstechnologien. Liebe per App, Romantik auf Bestellung, Partnerschaft aus dem Internet, Partnersuche via Smartphone? Partnervermittlung 4.0 lässt einen wesentlichen Faktor außen vor: den Mensch und seine Wünsche.

Industrie 4.0 ist ein Begriff, der auf die Forschungsunion der deutschen Bundesregierung und ein gleichnamiges Projekt in der Hightech-Strategie der Bundesregierung zurückgeht; zudem bezeichnet er ebenfalls eine Forschungsplattform. Die industrielle Produktion soll mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt werden. Technische Grundlage hierfür sind intelligente und digital vernetzte Systeme. Mit ihrer Hilfe soll eine weitestgehend selbst organisierte Produktion möglich werden: Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren in der Industrie 4.0 direkt miteinander“ – soweit die Erklärung von Wikipedia.

Höher, weiter, schneller, effizienter, das sind die Anforderungen, die an Menschen, Maschinen und Prozesse heute gestellt werden. Der Kinderarzt und Wissenschaftler Herbert Renz-Polster sagt dazu: „Eine Generation, die zunehmend in den besten Lebensjahren mit Burnout zu kämpfen hat, entwirft für ihre eigenen Kinder einen Lebensweg mit noch mehr Tempo, noch mehr Leistung, noch mehr „Förderung“. Sie funktioniert Kindergärten zu Schulen um, weil sie glaubt, Kinder, die früh Mathe lernen, seien schneller am Ziel. Moment einmal – an welchem Ziel?“

Alles soll möglichst schnell gehen und kommt die Bestellung von gestern nicht spätestens heute an, werden wir ungeduldig, egal ob wir den Inhalt heute brauchen oder erst in vier Wochen. Beschleunigung und höhere Effizienz sollten dazu dienen, den Menschen mehr freie Zeit zu bescheren. Aber weit gefehlt, das Gegenteil ist der Fall. Die Terminkalender sind voller denn je, eine Verabredung jagt die nächste. Wir gehen abends nicht mehr zu einer Party, sondern zu dreien.

Die vierte Revolution macht auch vor Partnerschaft und Liebe nicht halt. Effizienzgetrieben muss auch hier alles just-in-time funktionieren. Menschen tindern und parshippen, was das Zeug hält. Trotzdem nimmt der Anteil der Singles ständig zu. Liebe per Computeralgorithmus scheint nicht wirklich zu funktionieren.

Dafür gibt es zwei Gründe. Der eine ist systembedingt, der andere liegt in der eigenen Person.

Vorlieben, Abneigungen, Einstellungen, Wünsche und Anforderungen lassen sich zwar per Fragebogen ermitteln und gegeneinander abgleichen, sind jedoch unzureichend, wenn es darum geht, den Partner fürs Leben zu finden. Offensichtlich sind für die Liebe weitere Faktoren zu berücksichtigen, zu denen ein Computer allerdings nicht in der Lage ist: Empathie, Einfühlungsvermögen, Feingefühl, Erfahrung und Menschenkenntnis.

Der zweite, personenbedingte Grund beeinflusst die Partnersuche und die Partnerwahl gleichermaßen. Der aus anderen Bereichen gelernte und praktizierte Effizienzanspruch wird auch auf Partnerschaft übertragen. Es muss nicht nur mindestens Liebe auf den ersten Blick sein, sondern der andere muss auch exakt so sein, wie man selbst es sich vorstellt, sich gemäß den eigenen Ansprüchen verhalten, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt sagen, entsprechende Eigenschaften aufweisen und, und, und. Und weil wir keine Zeit zu verlieren haben, läuft der Check in wenigen Minuten, manchmal sogar in Sekunden ab.

„Geht‘s noch“, ist man angesichts dessen geneigt zu fragen. Liebe unter Effizienzgesichtspunkten funktioniert selten und die zunehmende Zahl an Singles belegen das ebenso wie die sich immer weiter füllenden Bücherregale mit Single-Ratgebern, die einem angeblich genau sagen, wie es geht. Nichts scheint wirklich hilfreich zu sein.

Dabei ist es an und für sich ziemlich einfach: Nehmen Sie sich Zeit. Zeit, um den anderen kennenzulernen. Nein, das geht nicht in fünf Minuten und nein, auch nicht beim ersten Date. Kommen Sie zur Ruhe und entschleunigen Sie. Verabschieden Sie sich davon, jeden Unbekannten, dem Sie begegnen, darauf abzuscannen, ob er oder sie vielleicht der nächste Partner werden könnte. Das macht nicht nur unbefangener, sondern entkrampft auch, macht locker, die Situation wird dadurch entspannt.

Als klassische Partnervermittlung schauen wir uns auch die Wünsche und Eigenschaften unserer Kunden an, für ein Matching beziehen wir alle Faktoren ein. Die Eindrücke aus dem persönlichen Gespräch sind dabei entscheidend. Wenn wir gematcht haben und den Kunden den „Ball“ zuspielen, liegt es an ihnen, was sie damit machen, ob sie ihn ins „Aus“ schlagen oder ob sie ihn aufnehmen und weiterspielen. Bei den ersten Telefonaten und bei den ersten Dates sollte es darum gehen, den anderen kennenzulernen, festzustellen, ob man sich in seiner Gesellschaft wohlfühlt und man ihn oder sie wiedersehen möchte. Ganz ohne Zwang und ohne Verpflichtung. Dass es gleich am Anfang funkt, ist eher die Ausnahme. Wenn man sich sympathisch ist, hat man mindestens einen interessanten Menschen kennengelernt und einen neuen Freund gefunden – und vielleicht entsteht daraus mit der Zeit eine Partnerschaft.

Dieser Tipp ist im Übrigen grundsätzlich zu empfehlen, unabhängig davon, wie Sie Ihre Partnersuche gestalten. Vergessen Sie Partnervermittlung 4.0 und gestalten Sie Ihre Partnersuche anders, als nach den 4.0-Kriterien.

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen viel Erfolg, ein inspiriertes Kennenlernen und, wenn Sie mögen, unterstützen wir Sie gerne.

RIA GOEHLER – zum Glück Ihr Partner.

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