Wenn 99 Prozent bei der Partnersuche nicht reichen

von Martin Göhler

Zu viele Wünsche verhindern eine Partnerschaft

…bleibt man noch lange Single.

99 Prozent Erfüllung der persönlichen Vorstellungen bei einem potenziellen Partner sind wie das Finden der Nadel im Heuhaufen, in einem sehr großen Heuhaufen. Trifft man einen Menschen, bei dem Wunsch und Realität auf den ersten Blick zu etwa der Hälfte erfüllt sind, ist das schon nahezu perfekt. Die Frage ist, mit welcher Intention man Menschen kennenlernt. Ist man offen und interessiert oder aber auf der Suche nach dem „Haar in der Suppe“, nach der Bestätigung, warum die neue Bekanntschaft nicht der oder die Richtige ist? Wer den Fehler sucht, wird ihn finden. Garantiert. Warum ihn aber suchen? Warum nicht positive, liebenswerte Eigenschaften des Menschen finden? Warum nicht danach forschen, warum der oder die andere der ideale Partner ist?

Wissen Sie, was Sie wollen? Oder ist es so, dass Ihnen bei dieser Frage überwiegend das einfällt, was Sie nicht wollen? Je älter ein Mensch, desto mehr weiß er, was er nicht will, was ihm nicht gefällt, was er sich „nicht mehr gibt“, was er nicht mehr braucht oder wozu er nicht mehr bereit ist. Bekäme man die Aufgabe, das alles aufzuschreiben, die Liste wäre lang. Eine Liste anzufertigen, die nur Punkte enthält, die man möchte, die einem gefallen und Freude machen, wäre bei den meisten deutlich kürzer und man bräuchte länger, sie aufzuschreiben.

Die meisten Singles haben genaue Vorstellungen, wie der Partner auf keinen Fall sein soll, was er keinesfalls machen, tun, denken, essen, wollen soll. Dahinter steckt der Gedanke, dass man bestimmte Eigenschaften von Menschen mit dem Scheitern früherer Beziehungen, mit Verletzungen und Enttäuschungen verbindet, vor denen man sich in einer neuen Beziehung schützen möchte. Das geht dann nach dem Prinzip, das man nicht ein zweites Mal auf eine heiße Herdplatte fasst, wenn man sich einmal die Finger verbrannt hat.

Der Vergleich hinkt. Während man sich an einer heißen Herdplatte immer die Finger verbrennt, hängt das Verhalten eines Menschen mit dem Funktionieren einer Partnerschaft mit ihm oder ihr von einem weiteren, wesentlichen Faktor ab: von einem selbst. Menschen interpretieren Äußerungen, Verhaltensweisen, Bewegungen, Mimik, Gestik, kurz gesagt, alles, was ein anderer tut, sagt, nicht tut oder nicht sagt. Alles läuft durch den persönlichen Filter und wird in das nach einem individuellen Muster gestrickten System einsortiert.

Ist die Beziehung frisch und kennt man sich erst kurz, ist das System des jeweils anderen unbekannt, man hat keine Ahnung, wie der andere tickt. Das Kennenlernen gleicht damit dem Gang durch ein mit Fettnäpfchen, Fallen und Stolpersteinen gepflastertes Feld – mit verbundenen Augen. Viele möchten das Kennenlernen beschleunigen, wollen das Feld beim ersten Date komplett erforschen. Daher rennen sie durchs Feld. Wenig verwunderlich, dass man so kaum einen Fettnapf oder Stolperstein auslässt, in viele Fallen tritt und irgendwann bis zum Hals im Beziehungsschlamassel steckt. Enttäuscht stellt man nach dem Date fest, dass es wieder der falsche Partner war und eine Beziehung mit ihm oder ihr undenkbar ist.

Auf die Idee, dass das vermurkste Date auf das eigene Konto geht und kaum etwas mit dem anderen zu tun hat, kommt man nicht. Die Ansicht, der andere ist schuld, verhindert die Reflexion des eigenen Verhaltens. Würde man persönliche Fehler auf der Partnerpirsch entdecken, könnte man sie ändern. So aber tritt man auf der Stelle, kommt nicht weiter. Beim nächsten Date wird man den Fehler wiederholen, sich wider so verhalten und die gleiche Erfahrung machen - und beim übernächsten und überübernächsten und so geht es weiter. Man bleibt erfolgreich Single.

Drücken Sie den Beziehungsknopf

Wie wäre es, wenn es einen Knopf gäbe, der Ihr Singledasein beendet? Würden Sie ihn drücken? Die gute Nachricht ist, es gibt diesen Knopf, jeder hat einen solchen Knopf – und viele Singles drücken ihn nicht, sondern machen weiterhin andere dafür verantwortlich, dass sie nicht bekommen, was sie wollen. Kann man machen, bringt aber nichts, zumindest keine Partnerschaft. Im Gegenteil. Man bleibt weiterhin Single, weil das eigene Verhalten unbewusst genau darauf ausgerichtet ist. Man hätte so gerne einen Partner, verhält sich jedoch so, dass man weiterhin Single bleibt. Das ist in etwa so, als würde man einen Kuchen backen wollen, den Ofen zum Backen aber nicht auf die erforderliche Temperatur bringt. Um einen leckeren Kuchen genießen zu können, muss der Ofen eingeschaltet werden. Um einen Partner zu finden, eine glückliche Partnerschaft zu bekommen, müssen Sie den Beziehungsknopf drücken.

Das Drücken des Beziehungsknopfes beginnt damit, sich das eigene Verhalten bewusst zu machen und die Gründe zu finden, die für die Partnersuche kontraproduktiv sind. Warum verhält man sich so, woher stammen eigene Meinungen, Überzeugungen und Erwartungen und der Anspruch, dass etwas so und nicht anders zu gehen oder zu sein hat? Gibt es Befürchtungen, die man mit dem Eingehen einer Beziehung verbindet? Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Es geht darum, ob das Verhalten in Bezug auf das gewünschte Ergebnis funktioniert oder nicht.

Häufig äußern Klienten im Coaching, dass sie von einem früheren Partner verletzt wurden und sie nie wieder so enttäuscht werden wollen. Dieser Anspruch ist unerfüllbar. Bei jeder Partnerschaft besteht das Risiko, dass sie nicht wie erwartet verläuft, dass der andere sich über kurz oder lang anders entwickelt, als man selbst oder wie man es sich wünscht. Menschen ändern sich und es gibt keine Garantie auf ewiges Glück oder auf dauerhafte Erfüllung. Wer auf der Suche nach einer Partnerschaft mit Garantie ist, wird vermutlich alt und grau werden und nichts finden. Lieben bedeutet, ein Risiko einzugehen. Es bedeutet aber auch, die Chance auf das große Los zu haben. Die Chance auf einen Sechser im Lotto hat nur der, der einen Lottoschein ausfüllt, abgibt und bezahlt – und eben die sechs „richtigen“ Zahlen ankreuzt. Das erfahren Sie erst nach der Ziehung. Bei einer Partnerschaft ist es ebenso. Sie wissen erst „nach der Ziehung“, ob der andere Ihr persönlicher Hauptgewinn ist.

Finden Sie Ihren Beziehungsknopf – und drücken Sie ihn. Es ist ein Teil unseres Business, Menschen zu unterstützen, ihren persönlichen Beziehungsknopf zu finden und zu drücken. Häufig finden wir dabei im Coaching weitere Knöpfe, die unsere Klienten anschließend mit Genuss und Freude drücken. Rufen Sie uns an, wir finden Ihren Knopf.

RIA GOEHLER – zum Glück Ihr Partner.

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