Kompromisse - die leisen Beziehungskiller

von Martin Göhler

Kompromisse führen zum Beziehungsende

Wie steht’s um Ihre Kompromissbereitschaft? Sind Sie anpassungsfähig und stets bereit, einen Mittelweg zu gehen? Es mag im Leben Situationen geben, in denen Kompromisse erforderlich sind. In der Partnerschaft nicht. Wie Sie mit Kompromissen Ihre Beziehung nach und nach auf das Level „Nicht schlecht“ reduzieren und wie Sie das vermeiden, erfahren Sie in dem Artikel.

In jeder Stellenausschreibung werden Skills wie Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft gefordert. Nicht wenige sind der Meinung, dass das auch für eine Beziehung gilt. Schon unsere Großeltern wussten, dass für eine gute Partnerschaft Kompromissbereitschaft elementar ist. Wobei man vor 50 Jahren darunter eher verstand, dass der Mann bestimmte, wo, wann und wie etwas zu gehen hat. Die Frau hatte dann kompromissbereit zu sein, stets das Gleiche zu wollen, wie ihr Mann.

Kompromisse sind Gift für die Beziehung

Die Zeiten sind vorbei. Heute begegnet man sich auf Augenhöhe, mit Wertschätzung, Respekt und Achtung – und mit ganz viel Kompromissbereitschaft. Schöne Schlagwörter. Jeder wünscht sich eine glückliche, erfüllte Beziehung. In vielen Beziehungen sieht der Alltag anders aus. Während Wertschätzung, Respekt und Achtung das A und O einer Beziehung sind, vergiftet Kompromissbereitschaft schleichend mit der Zeit die Partnerschaft. Man bewegt sich damit auf der Spirale zwar langsam, aber stetig nach unten.

Verlieben sich zwei Menschen, kommen zwei Individuen zusammen, die starke Gefühle füreinander haben und sich mit dem anderen tief verbunden fühlen. In vielen Bereichen gibt es Gemeinsamkeiten, in einigen nicht. Zu Beginn einer Beziehung fällt es leicht, darüber hinwegzusehen. Mit zunehmender Beziehungsdauer kommt es aufgrund unterschiedlicher Auffassungen, Ansprüchen oder Vorstellungen zu Konflikten. Die Augen davor zu verschließen, den Konflikt zu ignorieren oder ihn kurzerhand „unter den Teppich zu kehren“ sind zwar verbreitete Lösungsansätze, die den Konflikt nach kurzer Zeit wieder hochpoppen lassen, dann meist eine Stufe härter.

Wenn ignorieren nicht mehr möglich ist, kommen viele auf den Gedanken, dass ein Kompromiss das Problem löst und machen sich auf die Suche. Warum das auch keine gute Idee ist, wird deutlich, wenn man sich anschaut, was ein Kompromiss ist. Er ist die Lösung eines Konfliktes, bei der beide Partner auf einen Teil ihrer Wünsche, Forderungen oder Ansprüche verzichten. Das gemeinsame Ergebnis ist ein Mittelweg. Der Kompromiss scheint damit eine vernünftige Art des Interessenausgleichs zu sein. Der Schein trügt, der angebliche Interessenausgleich ein Irrtum.

Blau und Gelb gibt Grün

Simone und Karl wollten ihr Schlafzimmer neu streichen. Simone stand auf gelbe Wände, Karl auf blaue. Sie einigten sich darauf, blau und gelb zu gleichen Teilen zu mischen. Das Zimmer wurde grün, was keiner von beiden mochte. Interessenausgleich? Fehlanzeige! Das Beispiel zeigt, was bei jedem Kompromiss passiert: Keiner bekommt, was er möchte, es gibt zwei Verlierer, jeder ist unzufrieden. „Na ja, Grün ist ja so schlecht auch nicht“, könnte einer von beiden oder beide sagen. Das wäre dann sich die Sache schöngeredet, denn keiner wollte ein grünes Zimmer. Mit Urlaubsplänen ist es nicht anders. Wenn der eine auf die Bahamas möchte, die andere lieber nach Thailand, dann wäre Libyen ungefähr die geografische Mitte. Nicht wirklich eine Alternative, oder?

Ein Kompromiss ist eine neue Variante, eine Mischung von Forderungen, meist jedoch ein Ergebnis mit reduzierten Vorstellungen. Kompromisse sind für beide frustrierend. Das Motto ist, ich bekomme zwar nicht, was ich will, dafür bekommst Du aber auch nicht, was Du willst.

Geht es um die Frage, zum Italiener oder zum Griechen, mag ein gangbarer Kompromiss sein, heute zum einen und beim nächsten Mal zum anderen zu gehen. Bei der Frage, wer den Müll runterbringt, mag es eine Lösung sein, zu vereinbaren, sich regelmäßig abzuwechseln.

Diese Strategie kommt aber dann schnell an ihre Grenzen, wenn es sich um langfristige oder einmalige Projekte handelt, wie beispielsweise, ob die Wohnung in der Stadt oder das Häuschen auf dem Land gekauft werden soll, ob man sich den Sportwagen oder den Familien-Van zulegt oder ob man Tennis oder Golf spielen soll.

Interessenbasiertes Verhandeln ist besser als faule Kompromisse

Kommt es über diese oder viele anderen Fragen in Partnerschaften zum Konflikt, kann die Anwendung von einer Methode zur Verhandlungsführung hilfreich sein. Es handelt sich um die Methode des interessenbasierten Verhandelns.

Dabei stehen nicht die absoluten Forderungen (Blau/Gelb, Bahamas/Thailand, Stadt/Land) im Vordergrund, sondern die dahinterliegenden Interessen. Was verbindest Du mit einem blauen/gelben Zimmer, was ist der Grund für Deinen Wunsch, auf den Bahamas/in Thailand Urlaub zu verbringen, was verbindest Du mit dem Leben in der Stadt/auf dem Land? Warum möchtest Du das, was Du möchtest? Es geht dann nicht mehr um „Entweder-oder“, sondern ein „Sowohl, als auch“. Schaut man mit dem Partner auf die gegenseitigen Interessen, werden die absoluten Positionen fast unwichtig.

Liegen die Interessen und Erwartungen beider Partner auf dem Tisch, kann eine Lösung gefunden werden, die für beide passt, mit der beide glücklich sind und die für beide nicht nur eine machbare Alternative darstellt, sondern etwas, mit dem sie voll und ganz zufrieden sind. Wird ein solches Ergebnis gefunden, gewinnen beide Partner damit, was für eine glückliche, erfüllte Partnerschaft eine wichtige und wesentliche Voraussetzung ist.

Stehen Sie in Ihrer Beziehung an einem Punkt, von dem Sie glauben, nicht mehr weiterzukommen oder weitergehen zu können? Haben Sie in Ihrer Beziehung in der Vergangenheit zu viele Kompromisse gemacht? Möchten Sie Ihre Beziehung wiederbeleben und glücklich mit Ihrem Partner zusammenleben? Oder denken Sie, das sei unmöglich? Dann rufen Sie uns an. Unser Credo „Glücklich zu zweit“ bietet für jeden Möglichkeiten, auch für Sie!

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