Keine Zeit für Weihnachtsstress – Gedanken zur Vorweihnachtszeit

von Martin Göhler

Stress weg, Chill rein.

Wichtige Projekte beenden, vergessene Projekte nachholen, verschobene Projekte unbedingt noch schnell erledigen, Weihnachtsgeschenke einkaufen, Weihnachtsmarkt besuchen, 14 Weihnachtsfeiern hinter sich bringen, Plätzchen backen, Weihnachtsbaum besorgen, Weihnachtsdekoration aufbauen, Menü für die Feiertage überlegen und einkaufen… Der Berg der ToDos für die letzten Tage des Jahres ist groß und der Stress scheint zu Weihnachten zu gehören wir Glühwein und Plätzchen. Was für ein Glück, dass es wieder die vielen Ratgeber gibt, die einem sagen, wie man trotz der ganzen Herausforderungen ruhig und gelassen bleibt. Oder ist es umgekehrt? Habe ich Stress, weil von allen Seiten auf mich einprasselt, dass die Weihnachtszeit stressig ist? Weil die Liste der bis Weihnachten zu erledigenden Punkte länger ist, als der Bart vom Weihnachtsmann? Woher kommt der Anspruch, woher die vielen Punkte auf der Liste und warum müssen sie unbedingt bis Weihnachten oder in diesem Jahr noch erledigt werden? Ist es mein Anspruch oder meine ich, die Ansprüche anderer erfüllen zu müssen? Ist der Stress hausgemacht, weil es auch in anderen Monaten Projekte, Partys und zu erledigende Dinge gibt? Weil ich auch in der Zeit von Januar bis November etwas zu Essen einkaufen muss und Geschenke und Mitbringsel für Geburtstage?

Haben wir Stress, weil wir denken, wir müssten Stress haben? Oder bereitet schon der Gedanke an den bevorstehenden Weihnachtsstress Stress? Oder ist es die kollektive Meinung, dass die Weihnachtszeit Stress verursachen muss? Wie sieht es in der übrigen Zeit aus? Entspricht Stress einem Teil unseres Lebenskonzeptes? Ist Stress ein anzustrebendes Statussymbol, macht der Stresslevel eine Aussage über die Bedeutung eines Menschen oder meinen wir, dass es eine Aussage macht und machen uns deshalb besonders viel Stress? Ist es ein Hobby Stress zu haben oder meinen wir, ohne Stress nicht normal zu sein? Viele Fragen, mit denen es lohnt sich zu beschäftigen.

Wenn es Weihnachten und das bevorstehende Jahresende ist, was zu Stress führt, müsste jeder in der Zeit gestresst sein. Das ist ganz ohne Zweifel nicht der Fall. Nehmen Sie beispielsweise kleine Kinder. Die freuen sich auf den Weihnachtsmann und das Christkind, können es kaum erwarten, backen begeistert Plätzchen und basteln Weihnachtsgeschenke. Das einzige, was Kindern Stress bereiten könnte, sind ungeduldige Eltern in Zeitnot, die meinen, alles müsse viel schneller gehen.

Folglich ist es also nicht die Weihnachtszeit, die den Stress verursacht. Wie sieht es in der übrigen Zeit aus? Sind wir da nicht auch häufig total gestresst? Eben! Der Stress hat nichts mit einer bestimmten Jahreszeit zu tun, die Entstehung des Stresses hat etwas mit uns, mit unserer Einstellung und unseren Ansprüchen an uns und an unser Umfeld zu tun.

Wann haben Sie zuletzt ein Paket mit Stress bekommen, einen Eimer voll Stress oder sich Stress bestellt? Sehen Sie, Stress ist nichts Greifbares, sondern ist nur in unseren Köpfen und entsteht durch unsere Bewertung. Leider ist eine solche Bewertung wenig hilfreich bei der Erledigung der Punkte. Im Gegenteil. Den Geschenken ist es egal, ob Sie sie mit oder ohne Stress kaufen – aber was ist für Sie angenehmer?

Wenn wir selbst für unseren Stress verantwortlich sind, hat das einen großen Vorteil. Dann sind wir nämlich auch dafür verantwortlich, uns keinen Stress zu machen, die Weihnachtszeit als besinnlich zu erleben, zur Ruhe zu kommen und unser Jahr mit Gelassenheit abzuschließen. Wenn wir in der Lage sind, uns selbst zu stressen, sind wir ebenso in der Lage, uns nicht zu stressen. Wäre das nicht auch ein gutes Motto für das kommende Jahr?

Eins ist sicher: Weihnachten und Silvester werden auch in diesem Jahr kommen. Ob Sie die Tage und die Zeit bis dahin stressig erleben oder mit Ruhe und Gelassenheit genießen, ist Ihre Wahl. Wenn Sie jetzt sagen, "Der hat ja keine Ahnung, wie es bei mir zugeht", haben Sie damit absolut recht – und schaffen sich die Rechtfertigung dafür, in den kommenden Tagen viel Stress zu haben. Wie gesagt, es ist Ihre Wahl. Eine schöne Adventszeit.

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