Eifersucht - Sprengsatz für die Beziehung?

von Martin Göhler

Eifersucht - Wachmacher oder Zerstörer?

Jeder kennt das Gefühl, fast jeder hat es schon einmal erlebt. Eifersucht frisst sich wie ein Virus ins Gehirn und macht sich dort breit. Man kann an nichts Anderes mehr denken, malt sich die schlimmsten Szenarien im Kopf aus. Man rastet aus oder zieht sich zurück. Der Partner hat dafür weder Verständnis, noch versteht er oder sie die Reaktion des Partners. Obwohl das Gefühl überwiegend mit uns selbst zu tun hat, soll der Partner oder sein Verhalten daran schuld sein. Das belastet die Beziehung, wird zu einer Zerreißprobe für jede Partnerschaft.

Bei etwa der Hälfte aller Coachings in unserer Praxis spielt das Thema Eifersucht eine Rolle. Auslöser des Gefühls sind Kinder, der Job, Kollegen, Hobbys oder Haustiere. Darüber hinaus können unzählige weitere Dinge Grund zu Eifersucht geben. Das Verhalten des Partners dem anderen Geschlecht beziehungsweise einzelnen Vertretern des anderen Geschlechts gegenüber ist häufigster Auslöser von Eifersuchtstragödien.

Der Begriff Eifersucht setzt sich aus den althochdeutschen Worten eiver und suht zusammen. Eiver bedeutet das Herbe oder Bittere, suht steht für Krankheit oder Seuche. Man spricht davon, „Er/Sie ist krankhaft eifersüchtig“. Um eine Sucht handelt es sich nicht. Ist die Eifersucht stark ausgeprägt, kann tatsächlich eine psychische Erkrankung vorliegen. In leichter Ausprägung hat jeder dieses Gefühl schon einmal erlebt. Das ist nicht bedenklich, sondern völlig normal. Ein guter Gradmesser ist die Frage, ob Eifersucht die Beziehung oder einen selbst belastet, ob es deswegen häufig Streit und Auseinandersetzungen gibt oder man den Partner kontrolliert, möglicherweise seine Whatsapps checkt und sein Verhalten ständiges Thema ist.

Wie für viele andere Verhaltensweisen und Einstellungen auch, werden die Wurzeln der Eifersucht in der frühen Kindheit gelegt. Für Babys und kleine Kinder ist die Aufmerksamkeit und Fürsorge der Eltern Teil ihres Überlebensprogramms. Richten die Eltern ihre Aufmerksamkeit auf Geschwister oder andere Dinge, versuchen Kleinkinder häufig, diese wieder auf sich zu ziehen, da der Aufmerksamkeitsverlust als gefährlich empfunden wird. Während der Verlust der Eltern in früher Kindheit tatsächlich bedrohlich sein kann, die Angst davor insofern real ist, setzt sich dieses Verhalten im Erwachsenenalter fort.

Eifersucht wird in der Kindheit „gelernt“

Eifersucht stößt auf fruchtbaren Boden, wenn Kinder oder junge Erwachsene nicht lernen, eigenständig zu sein und ein gesundes Selbstwertempfinden zu entwickeln. Grund für die Eifersucht im Erwachsenenalter ist das Gefühl, die Liebe und Zuneigung des Partners nicht verdient zu haben, andere Menschen als besser, wertvoller oder liebenswerter einzustufen, als sich selbst. Diese Meinung von sich selbst, das Gefühl, es nicht wert zu sein, prägt das Verhalten gegenüber dem Partner. Ein weiterer Aspekt: Wer in allem und jedem eine Gefahr für die Beziehung vermutet, wer dem anderen misstraut, ihn oder sie permanent kontrolliert, wer meint, der andere gehe fremd oder verlässt einen, erhöht damit die Eintrittswahrscheinlichkeit, dass genau das passiert. Warum? Wer dauernd unbegründeten Verdächtigungen oder Vorhaltungen ausgesetzt ist, wem trotz ständiger Liebesbekundungen Misstrauen entgegengebracht wird, könnte irgendwann das tun, wofür er ohnehin bereits verdächtigt wird. Im Artikel „Die Magie der Gedanken“ wird gezeigt, wie mit eigenen Gedanken Realitäten erzeugt werden. Wer ständig meint, der Partner verlasse einen irgendwann, findet dann Bestätigung, wenn der Partner genau das tut.

Eifersucht hat alles mit Dir und nichts mit dem Partner zu tun

Eifersucht hat alles mit uns selbst zu tun und nichts mit dem Partner. Das hat den Vorteil, dass man für sich selbst etwas tun kann – nur für sich selbst; Ihren Partner können Sie nicht ändern. Der Ansatzpunkt dafür ist oben bereits genannt. Die Erfahrungen und Schlussfolgerungen aus der Kindheit müssen ins Bewusstsein gebracht und anschließend gewandelt werden. Das eigene Selbstbewusstsein wird dadurch gestärkt. Wer sich seines Wertes sicher ist, wer sich nicht mit anderen vergleichen und messen muss, entzieht damit der Eifersucht den Boden. Damit wird die Kontrolle des Partners hinfällig, Vertrauen kann entstehen. Die Beziehung erfährt eine positive Veränderung, Konflikte bleiben aus und das Zusammenleben wird intensiviert. An der eigenen Eifersucht zu arbeiten sind beste Voraussetzungen für eine dauerhafte und glückliche Beziehung.

Ein bisschen eifersüchtig sein ist okay

In den bisherigen Ausführungen wurde Eifersucht in mittlerer oder starker Ausprägung betrachtet. Ist die Eifersucht hingegen schwach ausgeprägt, kann sie die Beziehung festigen. Schließlich entsteht sie aus dem höchsten aller Gefühle, der Liebe. Würde man überhaupt keine Reaktion zeigen, wenn der Partner sich beispielsweise intensiv mit einer oder einem anderen unterhält, könnte der den Eindruck gewinnen, es sei einem völlig egal. Wer dem anderen dann keine öffentliche Szene macht, sondern ihm oder ihr unter vier Augen mitteilt, dass es einem nicht gefallen hat, zeigt damit, dass ihm der andere wichtig ist.

Eifersucht kann Warnsignal sein, dass in der Beziehung etwas schräg läuft. Macht man sich dann bewusst, was nicht passt oder gefällt, kommuniziert das dem Partner, kann das die Basis für Veränderungen oder einen Neuaufbau der Beziehung sein. In diesem Fall trägt Eifersucht dazu bei, die Beziehung zu stabilisieren, gegenseitige Wünsche zu erfüllen und gemeinsam auf der Glücksskala nach oben zu klettern.

Schließlich kann aufkommenden Eifersucht auch Anlass sein, über die eigenen Stärken und Schwächen nachzudenken. Darüber, wo man das eigene Licht möglicherweise unter den Scheffel stellt oder der Ansicht ist, der vermeintliche Eindringling sei besser, schöner, stärker, liebenswerter oder was auch immer. Das ist eine Gelegenheit, die eigenen Gefühle und Einstellungen zu prüfen und neu zu justieren.

Wenn Eifersucht – in welcher Ausprägung auch immer – für Sie ein Thema ist, werden Sie aktiv. Wenn Sie alleine oder mit einem guten Freund oder Freundin weiterkommen, prima. Manchmal ist Unterstützung eines Therapeuten oder Coachs hilfreich, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Rufen Sie uns an, wenn wir etwas für Sie tun können.

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