Du bist der grösste Fehler meines Lebens!

Achtsamkeit mit sich selbst und mit anderen ist aktuell in aller Munde. Ihre Wurzeln hat Achtsamkeit in der buddhistischen Lehre. Es geht dabei im Wesentlichen um Reaktionsmuster auf Ereignisse in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Die Art und Weise der Reaktion bestimmt, wie man sich damit fühlt. Wäre es dann nicht naheliegend, so zu reagieren, dass man sich selbst so gut wie möglich damit fühlt? Grundsätzlich ist das so, in der Praxis gelingt es häufig aber nicht. Woran liegt das?

Die Vergangenheit ist vorbei

Von William Shakespeare stammt der Satz, „Auf Dinge, die nicht mehr zu ändern sind, muss auch kein Blick zurück mehr fallen! Was getan ist, ist getan und bleibt's.“ Tatsächlich werden vergangene Ereignisse häufig aber nicht unter „gemachte Erfahrungen“ verbucht, sondern beeinflussen Menschen Jahre und Jahrzehnte danach immer noch. Der menschliche Verstand funktioniert so, dass neue Situationen blitzschnell mit früheren Erfahrungen abgeglichen werden. Ist ein Reaktionsmuster vorhanden, wird dieses erneut abgerufen, da es zum „Überleben“ geeignet war. Für unsere Vorfahren, die vor ein paar hunderttausend Jahren gelebt haben, ging es nicht um Achtsamkeit oder Selbstverwirklichung, sondern einzig und allein ums Überleben und die Fortpflanzung.

Die Welt und die Ansprüche der Menschen haben sich verändert und ändern sich ständig weiter. Unser Gehirn weist immer noch prähistorische Strukturen und Reaktionsmuster auf. Viele davon, laufen unterbewusst ab, andere folgen einem unbewussten Automatismus.

Sind die Ergebnisse nicht die gewünschten, sollte man sich seine unterbewussten und die unbewussten Reaktionen kritisch anschauen und prüfen, inwieweit sie geändert werden können, um anschließend andere, günstigere Ergebnisse zu haben. Jede Reaktion folgt einem Muster, entweder einem alten oder einem neuen. Kein Brautpaar wird vor den Standesbeamten treten mit dem Gedanken „jetzt mache ich gleich den größten Fehler meines Lebens und heirate ihn/sie“. Zum Zeitpunkt der Heirat war die Entscheidung „richtig“ und war bei beiden die Folge eines entsprechenden Musters.

Leben heisst Veränderung

Menschen entwickeln sich weiter und verändern sich, immer. Entweder erfolgt das unkoordiniert, man lässt es auf sich zukommen oder schaut, was so passiert. Oder aber gezielt durch das Lesen entsprechender Lektüre, durch Seminare oder Coachings. Jeder entscheidet selbst, welchen Weg er wählt und die unkoordinierte Veränderung ist weder besser noch schlechter als eine gezielte. Entscheidendes Erfolgskriterium ist, ob man damit seine Ziele nachhaltig erreicht und umsetzt.

Im Laufe der Jahre und der Veränderungen wird man immer wieder frühere Entscheidungen dahingehend prüfen, ob sie nach heutigen Kriterien immer noch passen und stimmig sind. Kommt man dann zu dem Schluss, ein Partner oder die Partnerschaft „passt“ heute nicht mehr, heißt das nicht, dass vor Jahren ein Fehler gemacht wurde. Es wurde eine auf Basis der damals gültigen Kriterien eine folgerichtige Entscheidung getroffen, die in diesem Fall nach heutigem Erfahrungsstand anders getroffen würde. Es bringt daher nichts, dem Partner oder sich selbst irgendwelche Fehler vorzuhalten. Einzige Frage ist, was oder welches Verhalten man sich vom anderen wünscht und man selbst bereit ist zu ändern.

Aus unserer Arbeit als Partnervermittler und Coaches haben wir zwei Tipps:

Tipp #1: Nicht abwarten, sondern handeln

Läuft in einer Beziehung etwas nicht rund, warten die Partner häufig zu lang ab, ohne etwas zu unternehmen. Werden Sie früher aktiv und warten Sie nicht ab, bis das „Kind in den Brunnen gefallen ist“.

Tipp #2: Trennung vermeiden

Die Trennung wird häufig als einzige Lösung angesehen, ohne vorher anderes probiert zu haben. Eine Trennung ist häufig umso einschneidender, je länger die Beziehung gedauert hat und je mehr man gemeinsam erlebt hat. Auch wenn die Chance noch so klein sein mag, lohnt es sich nach unserer Erfahrung alles zu unternehmen und zu versuchen, um die Beziehung nicht nur zu retten (das alleine reicht nicht), sondern so zu verändern, dass sie für beide Partner glücklich und erfüllt ist.

Gerne unterstützen wir Sie dabei. Rufen Sie uns an – gerne bevor „die Hütte lichterloh brennt“.

 

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