Alpha-Softie 2.0 oder der eierlegende Wollmilchmann

Statistiken spiegeln nicht die Realität wieder

Endlich wissen wir, wie für Frau 2017 der ideale Mann auszusehen hat. Stark und schwach, Macho und Familienmensch, akademischer Handwerker mit exzellenten Liebhaberqualitäten mit der Gabe, Frau jeden Wunsch von den Lippen ablesen zu können und zu wissen, was Frau will, am besten noch, bevor sie selbst es weiß. Bei der Partnervermittlung, beim Coaching und bei der Datingberatung hören wir vielleicht nicht genau diese, häufig aber Vorstellungen, wie Mann am besten sein soll. Frau übrigens auch.

Die Studie 2017 von Elitepartner (So liebt Deutschland) enthüllt, was Frauen von Männern erwarten, wenn er denn die Chance haben will, bei ihr zu landen. Jetzt weiß er genau, wie und was er zu tun hat, damit er in den Kreis der Anwärter aufsteigen möchte. Ob er dazu wohl Lust hat?

Die Studie umschreibt den Ideal-Mann als Alpha-Softie 2.0. Ein Alpha-Softie ist vergleichbar mit einem Zentaur aus der griechischen Mythologie oder mit einem Pfanni Kloß halb & halb. Er soll männliche Eigenschaften haben, aber auch weibliche. Stark sein, aber auch schwach, familienorientiert, gefühlsbetonter Macho, ausgestattet mit Liebhaberqualitäten vom Feinsten.

Mit Statistiken ist es bekanntlich immer so eine Sache. Man liest das heraus, was man herauslesen möchte. Keine Frage ist auch, dass sich bestimmte Beziehungsmuster in den letzten Jahren geändert haben, Frauen sich weiterentwickelt und emanzipiert haben, Männer allerdings auch. Beziehung ist komplizierter geworden und die Erwartungen an den Partner sind vielschichtiger. In der Partnervermittlung und im Coaching erleben wir immer wieder Menschen, sowohl Frauen als auch Männer, die an einen potenziellen Partner Erwartungen knüpfen, die so hoch gesteckt, teilweise sich auch widersprechend sind, und damit die Chance, jemanden zu treffen, der sie erfüllen kann, minimal sind. Gegen Vorstellungen, wie er oder sie sein sollte, spricht nichts. Wer diese allerdings zum Maß aller Dinge erhebt, seine Dating-Partner beim ersten Treffen einem Blitz-Check unterzieht, sollte sich nicht wundern, wenn er oder sie noch lange Single bleibt.

Auch wenn die Studie statistische Häufungen bestimmter Frauenideale beschreibt, ticken nach unseren Erfahrungen keineswegs alle Frauen in ausschließlich einer bestimmten Richtung, ganz im Gegenteil. Mit pauschalen Aussagen, Frauen denken so, handeln so und wählen so, sollte man vorsichtig sein. Menschen sind vielschichtig, haben Vorstellungen und Wünsche und bringen sehr wohl die Bereitschaft mit, zu- und abzugeben, wenn sie denn den oder die Richtige getroffen haben. Diejenigen, die dazu nicht bereit sind, bleiben Dauer-Single – oder finden einen Partner, der sich ihnen zuliebe komplett anpasst. Für sie hat die Formulierung höchster Ansprüche dann vermutlich eher die Funktion, Beziehung zu vermeiden – aus welchem Grund auch immer. Handelt es sich um eine bewusste Entscheidung, würde es einfacher werden, dazu zu stehen. Liegt es eher im Unterbewusstsein, wünscht man sich folglich eine Beziehung, können einige Coachingstunden sehr hilfreich sein, die eigentlichen Probleme zu identifizieren und entsprechende Lösungen zu finden.

Klischees sind gerade bei der Partnersuche nicht hilfreich. Der männliche Sixpack oder die weiblichen Modelmaße taugen nicht als Fundament für eine verbindliche Beziehung und glückliche Partnerschaft. Beziehungen sind komplexer geworden. Viele möchten flexibel bleiben, sich weniger festlegen, tun und lassen, was ihnen gerade einfällt, sich ausleben. Man kann einfach ermessen, was passiert, wenn zwei so denkende Menschen zusammentreffen.

Verbindlichkeit in Partnerschaft heißt, sich auf den anderen einzustellen, Zeit gemeinsam zu verbringen, sich zu ihm zu committen, Rücksicht zu nehmen und auch mal eigene Vorstellungen und Wünsche zugunsten des anderen zurückzustellen oder zu kombinieren. Ansonsten könnte es eine sehr einseitige Beziehung werden.

Von allem etwas, die perfekte Mischung?

Männer mit weiblichen Fähigkeiten

Männer dürften der Vorstellung, zu einem Alpha-Softie mutieren zu müssen, wenn sie denn beim weiblichen Geschlecht Erfolgschancen haben möchten, zumindest Unverständnis entgegenbringen. Sie stehen vor der Frage, was sie eigentlich noch alles ändern sollen, um Frau zu gefallen. Die Vorstellungen der Frauen implizieren laut der Studie, dass ihr idealer Partner männliche und weibliche Eigenschaften in sich vereinen sollte, natürlich von beiden nur die besten. Dabei wird verkannt, dass Männer schlichtweg anders ticken als Frauen. Das hat nichts mit einer Rückkehr ins Patriarchat zu tun, aber die Idee, dass Mädchen mit Autos und Jungs mit Puppen spielen sollen, ist schon vor Jahrzehnten gescheitert.

Anzuerkennen, dass Männer und Frauen unterschiedlich denken, handeln, unterschiedlich ausgeprägte Fähigkeiten und Vorstellungen haben, diese jedoch weder besser noch schlechter, sondern einfach nur anders sind, könnte vielfach sehr entspannende, sich ergänzende und inspirierende Folgen auch für Beziehungen haben. Und Entspannung ist in diesem Kontext gleichzusetzen mit Glück und Zufriedenheit in einer Beziehung.

Sich zu lösen von Vorstellungen, wie der Partner zu sein, was er zu denken und zu tun hat, wie er auszusehen hat und welche weiteren Einstellungen er noch mitbringen soll, schafft die eigentliche Flexibilität im eigenen Kopf, entkrampft das Date und erzeugt die Offenheit, sich gegenseitig tatsächlich kennenzulernen. Kaum jemand weiß fünf Minuten nach dem erstmaligen Treffen, ob er mit dem Gegenüber den Rest seines Lebens verbringen möchte. Dennoch scheint dies eine verbreitete Vorstellung zu sein, dass die Liebe auf den ersten Blick einzuschlagen habe wie ein Blitz. Das mag es geben, ist aber höchst selten. Eine Beziehung entwickelt sich, wenn beide Partner dem anderen die Chance und die Zeit dazu geben.

Männer bleibt so, wie Ihr seid - und entwickelt Euch weiter

Weiterentwicklung unterstützt auch Partnerschaft

Studie hin, Studie her, Frauen und Männer können so bleiben, wie sie sind. Alles andere ist ohnehin nicht echt. Dies spricht nicht dagegen, sich persönliche weiterzuentwickeln. Und für beide gilt: Äußerlichkeiten sind erste, oberflächliche Eindrücke und wenig entscheidend für eine verbindliche Partnerschaft. Das erste Date ist für beide eine Ausnahmesituation, den anderen kennenzulernen braucht Zeit und Interesse. Standards, Vorstellungen, Wünsche, Werte und Ziele hat jeder. Für eine Beziehung ist das Eingehen auf den Partner und seine Wünsche ein wichtiges Kriterium. Und eine glückliche Partnerschaft setzt ein Prickeln im Bauch und die berühmten Schmetterlinge voraus, die mit keiner noch so ausgeklügelten statistischen Erhebung ergründet werden kann.

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