Rosenkrieg – Schrecken ohne Ende

von Martin Göhler

Eine Trennung oder Scheidung gehört zu den Ereignissen, die einen ähnlichen Einfluss auf das Leben der Beteiligten haben, wie Krankheit oder Tod innerhalb der Familie. Wenn aus Liebe Hass wird, verhalten sich manche, als gäbe es kein Morgen mehr. Enttäuschen, Verletzung, Wut, Angst, Frustration – alles Gefühle, die nach der Mitteilung „Es ist aus“ hochkommen. Durchaus verständlich und positiv ist es, diese Gefühle zuzulassen und sie nicht zu unterdrücken. Führen sie allerdings dazu, dass es anschließend zum Krieg zwischen den Partnern kommt, gibt es am Ende keine Gewinner, sondern nur Verlierer. Besonders dramatisch ist das, wenn Kinder beteiligt sind. Für sie ist der Krieg der Eltern ein traumatisches Erlebnis, dessen Folgen zu einer lebenslangen Belastung führen können. Für einen selbst bedeutet ein Rosenkrieg die Fahrt mit Vollgas in eine immer düsterer werdende Sackgasse, aus der es keinen Ausweg gibt.

Silke (45) und Peter (43) waren neun Jahre verheiratet. Ihre beiden Kinder waren acht und zehn Jahre alt. Peter war leitender Manager in einem Pharmakonzern, Silke Ärztin mit einer halben Stelle in einem Krankenhaus. Finanziell ging es der Familie gut. Ein luxuriöses Haus, ein großer Freundes- und Bekanntenkreis, soziales Engagement in Serviceklubs. Alle Voraussetzungen für ein glückliches, zufriedenes Leben schienen gegeben zu sein. Wäre da nicht der berufliche Dauerstress der beiden gewesen, den die berufliche und private Dauerbelastung des Paares auslöste und auf Kosten der Beziehung ging. Das Privatleben und die Momente zu zweit wurden immer weniger. Silke und Peter lebten nebeneinander, nicht mehr miteinander. Nachdem Peter von einer längeren Geschäftsreise zurückkam, eröffnete ihm seine Frau, dass sie seit rund sechs Monaten eine Beziehung mit einem Kollegen hatte und im dritten Monat schwanger sei.

Die folgenden Wochen waren für die Familie schwierig. Ignorieren und Anschreien der Eltern wechselten sich ab, die Kinder zogen sich immer weiter zurück und der Ältere wurde in der Schule auffällig. Vorwürfe, Beschimpfungen, Beleidigungen und andere verbale Attacken waren bei den Eltern an der Tagesordnung. Die negative familiäre Situation führte zu weiteren Konsequenzen. Peters berufliche Ergebnisse wurden schlechter, ein Gespräch mit dem Vorstand stand bevor. Gesundheitlich ging es ihm immer schlechter, Schlafstörungen, Konzentrationsmängel und ein zunehmendes Unwohlsein machten ihm zu schaffen. Nach einem mentalen Zusammenbruch entschied sich Peter, Hilfe zu suchen und kam zum Coaching.

Kranke Beziehung, kranker Mensch

Ist die Beziehung krank, überträgt sich das auf den Menschen. Während man bei Krankheiten besser früher als später einen Fachmann um Hilfe bittet, meint man häufig, Beziehungskrankheiten selbst heilen zu können. Dabei verhalten sich viele komplett konträr dazu, was zu einer Besserung führen würde. Statt gemeinsam auf Ursachensuche zu gehen, wird gestritten, verletzt, gedemütigt, beleidigt, gedroht und anderes mehr. Aus Frust und Enttäuschung handeln Menschen so, dass die Situation weiter eskaliert, anstatt die Wurzel des Übels zu finden. Damit verlieren nicht nur die Partner, vor allem Kinder sind Leidtragende. Man könnte meinen, dass zumindest die Kinder Grund genug sind, eine (friedliche) Lösung anzustreben; die Realität ist häufig eine andere.

Wenn Liebe zu Hass wird, reagieren Menschen in einer Art und Weise, die mehr mit Getrieben sein zu tun hat, als mit überlegtem Handeln, gesundem Menschenverstand oder der Verantwortung entsprechen, die sie als Eltern haben. Die Beziehung kann dann so krank werden, dass eine Rettung unmöglich ist. Aber selbst wenn ein solcher Punkt erreicht ist, ist eine friedliche Trennung für alle Beteiligten die bessere Variante, als ein langfristiger Rosenkrieg, der außer Nerven, Tränen und Verdruss vor allem Lebensqualität kostet.

Wie aber funktioniert eine „friedliche Trennung“? Menschen mögen den Ausgleich, materiell und ideell. Ist man der Meinung, der andere schulde einem etwas, sind das Verhalten, die Kommunikation und die Haltung darauf ausgerichtet, eine angemessene Gegenleistung zu erhalten. Konflikte in Beziehungen beruhen häufig auf der Ansicht eines Partners, der andere schulde ihm oder ihr noch etwas, man selbst gibt mehr für die Beziehung, als man bekommt oder man bekommt nicht das, was man erwartet. Hat man das dem anderen nicht kommuniziert, handelt es sich um einen dysfunktionalen Deal. Bei Trennungen und Scheidungen wird über einen angemessenen Ausgleich gestritten. Vordergründig geht es um einen materiellen Ausgleich. Dahinter steht immer ein ideeller Anspruch für Kompensationen für Verletzungen, Demütigungen, Vorwürfe und andere bisher unausgeglichene Situationen im Laufe der Beziehung. Häufig hört oder liest man von „Altlasten“. Das genau sind diese Altlasten, ungelöste Punkte und ungeklärte Verhältnisse aus der Vergangenheit. Voraussetzung für eine friedliche Trennung ist, dass für beide Partner materiell und ideell die Verhältnisse ausgeglichen sind, dass alle Altlasten ausgeräumt sind. Damit ist eine vollständige Trennung möglich, ein endgültiger Abschluss in Frieden, ein Punkt hinter der Vergangenheit. Das wiederum ist die beste Voraussetzung für eine neue Beziehung in Zukunft.

Trennungen sind vermeidbar

Viele Trennungen und Scheidungen könnten vermieden werden, wenn die Beteiligten rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen würden. Mediatoren, Psychologen, Therapeuten, Familien- und Paarcoaches stehen dafür bereit. Bei Beziehung nach Vorschrift, wenn die Partnerschaft nicht schlecht ist oder gerade so läuft, unterstützen diese Berufsgruppen dabei, die Sichtweise, Standpunkte, Ansichten und Überzeugungen so zu verändern, dass andere Ergebnisse in der Beziehung möglich werden.

Ihre Beziehung konnten Peter und Silke zwar nicht mehr retten, dafür war in der Zwischenzeit zu viel Negatives zusammengekommen. Was die beiden aber mit Coaching erreichten, war eine vollständige, ausgeglichene und am Ende friedliche Trennung, von der nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Kinder profitierten. Der heutige Umgang ist respektvoll und der Austausch in Erziehungsfragen positiv. Beide haben inzwischen neue Partner gefunden und gelegentlich treffen sie sich zu sechst.

Eine intakte Beziehung ist nicht nur Balsam für die Seele, sie führt zu Lebensfreude und Genuss. Aber sie kann mehr: Menschen in glücklichen Beziehungen leben gesünder, schlafen besser und sind beruflich produktiver, wie verschiedene Studien gezeigt haben.

Sind Sie glücklich? Wenn Sie jetzt nicht strahlen und spontan „Ja“ sagen, können Sie sich die Frage stellen, warum Sie das hinnehmen und sich nicht auf den Weg zum Glück machen. Wenn Sie Begleitung oder einen Wegweiser wünschen oder Sie vor lauter „Bäumen den Wald nicht sehen“, rufen Sie uns an.

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